Zusammenfassung des Jahresberichts 2019

 

Im Berichtsjahr 2019 ist die Anzahl der Anfragen und Beschwerden im Zuständigkeitsbereich der Ombudsstelle von 3192 auf 3350 gestiegen (4,9 %). 

2958 Fälle konnten ohne Intervention beim Versicherer bzw. direkt mit den Versicherten oder Anspruchstellern erledigt werden. Zu einer Intervention beim involvierten Versicherer führten 392 der 1501 schriftlich unterbreiteten Beschwerdefälle (Interventionsquote 26,1 %). Die Erfolgsquote der Interventionen betrug 60,2 %. Der höchste Streitwert bei den Interventionsfällen betrug CHF 425‘000.- und der tiefste strittige Betrag CHF 96.-.

Der Hauptschwerpunkt unserer Tätigkeit lag wie in den Vorjahren bei den Personenversicherungen mit einem Anteil an den Fallzahlen von 52,8 %. Eine markante Zunahme der Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr von 34 % konnte in der Rechtsschutz-Branche verzeichnet werden, wo eine strenge Schadenpraxis der Versicherer und eine zunehmende Anspruchshaltung von Versicherten aufeinandertreffen. Zahlenmässig am meisten zugenommen haben die Anfragen im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung/UVG, welche von 694 auf 869 (d.h. um 25,2%) gestiegen sind. Die im Jahresbericht 2018 erwähnten Anfragen von Sportvereinen mit dem Problem, für ihr AHV-pflichtiges Personal eine UVG-Versicherung zu finden, haben zwar abgenommen, sind aber noch nicht behoben.

Erstmals wurden der Ombudsstelle Beschwerden aus Hypothekardarlehensverträgen gegen einen Versicherer unterbreitet, welcher Negativzinsen bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung berücksichtigte, die bei vorzeitiger Auflösung einer Festzinshypothek anfiel. 

Schwer nachvollziehbar waren vereinzelte Probleme mit Reiseversicherern. So mit einem Versicherer, der trotz Versicherungsdeckung für notfallmässig anfallende Heilungskosten im Ausland die Kostenübernahme für ein von einem Spital verschriebenes Antibiotikum ablehnte, weil dieses in der Schweiz nicht zugelassen sei. Kein Verständnis hatte der Ombudsman für einen Versicherer, dem er dank der Beschwerde einer Versicherten aufzeigen konnte, dass bei Online-Abschlüssen fehlerhafte Policen ausgestellt werden. Der Versicherer behob diesen Fehler jedoch erst nach monatelangem Zuwarten und Druck der von der Versicherten eingeschalteten Medien im Tessin. 

Problematisch war auch die Leistungsablehnung eines Versicherers, der die Deckung für einen Fahrraddiebstahl im Velounterstand eines Bahnhofs ablehnte, weil dem Betroffenen am selben Ort bereits einmal ein Fahrrad gestohlen worden war.