Zusammenfassung des Jahresberichts 2020

 

Im Berichtsjahr 2020 ist die Anzahl der Anfragen und Beschwerden im Zuständigkeitsbereich der Ombudsstelle von 3350 auf 3408 gestiegen (1,7 %). 

2997 Fälle konnten ohne Intervention beim Versicherer bzw. direkt mit den Versicherten oder Anspruchstellern erledigt werden. Zu einer Intervention beim involvierten Versicherer führten 411 der 1383 schriftlich unterbreiteten Beschwerdefälle (Interventionsquote 29,7 %). Die Erfolgsquote der Interventionen betrug 77,1 %.

Die Interventionszahlen und die erzielte Erfolgsquote widerspiegeln nur teilweise, für wie viele Versicherte sich der Ombudsman und sein Team im Coronajahr 2020 erfolgreich eingesetzt haben. Seine Sammelinterventionen im Frühling 2020 bei den Epidemie-Versicherern haben auch tausenden weiteren Versicherten den Weg zu gütlichen Lösungen geebnet, welche sich gar nicht an die Ombudsstelle wenden mussten. Es handelte sich vorwiegend um Betriebe aus der Gastrobranche, die zunächst trotz bestehender Epidemie-Versicherung infolge Pandemie keine Entschädigung des Versicherers für den verhängten Lockdown bzw. für die Verluste während des behördlich angeordneten Betriebsunterbruchs erhalten hatten.

So lag der Schwerpunkt der Tätigkeit der Ombudsstelle im 2020 eindeutig bei den Epidemie-Versicherungen. Während der ersten Welle waren die Anzahl Anfragen in diesem Zusammenhang besonders ausgeprägt. Die dynamische Entwicklung der COVID-19-Pandemie im In- und Ausland und die daraus resultierenden länderspezifischen Massnahmen, führten auch zu einem markanten Anstieg der Fallzahlen (von 147 auf 313) in der Branche Reiseversicherung, dies verbunden mit ständig neuen Deckungsfragen.

Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung/UVG und der Militärversicherung hat die Anzahl der Anfragen hingegen um 20 % abgenommen (von 869 auf 692). Die Vermutung liegt nahe, dass dies ebenfalls eine Folge des am 16. März 2020 vom Bundesrat angeordneten Lockdowns ist. Eine Abnahme bei den Fallzahlen gab es auch bei den meisten Branchen im Privatversicherungsbereich. Auch dies dürfte einerseits auf die während der Gesundheitskrise geänderten Lebensumstände zurückzuführen sein (z.B. weniger Einbruch- und Diebstahlereignisse), aber andererseits auch auf eine Vereinnahmung der Aufmerksamkeit der Versicherten auf die Coronasituation und deren Folgen (z.B. Umstellung auf Homeoffice, geändertes Freizeitverhalten etc.).